HTWK 3D rocis
Räumliches Online Campus Informationssystem (rocis) von Michael Frankfurter
Neben der Präsentation von Produkten und der Darstellung von komplexen Zusammenhängen in der Wissenschaft stellt die Visualisierung von Stadt-, Landschafts- und Gebäude- Informationen eine sehr gute Basis dar, um dem User 3D Darstellungen per Internet präsentieren zu können. Es sollte ein Beispiel-System realisiert werden, welches räumliche Campus-Informationen das Internet verfügbar macht. Dazu wurde das Campusgelände der Hochschule Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig, (kurz: HTWK) gewählt. Zur Erstellung der Gebäudeformen dienten vorhandene Daten aus Baupläne bzw. CAD-Dateien aus den Unterlagen der beteiligten Architekten und der HTWK selbst. Daraus ergab sich die Grundform des jeweiligen Gebäudes. Diese Grundform wird dann mittels VRML in eine Datei gespeichert und dann dynamisch zur Anzeigezeit mit anderen Modellen und Lageplan verknüpft.
Das Beispielsystem: HTWK-3D
Texturen: Wolfram Schmidt
Für den Fotodesigner begann nun die umfangreiche Erstellung der Gebäude- Texturen, die für realistische Darstellung der HTWK-3D benutzt werden. Dabei wurden sämtliche Gebäude abschnittsweise fotografiert, besonders die räumliche Perspektiven der Gebäude mussten dabei berücksichtigt werden. Die Aufnahmen erfolgten aufgrund der engen Platzverhältnisse mit Weitwinkelobjektiven bei annnähernd gleichen Lichtbedingungen. Anschliessend erfolgte die perspektivische Entzerrung der Aufnahmen im Adobe Photoshop.
Die Montage der Teilaufnahmen der ausgedehnten Aussenflächen der zahlreichen HTWK-Gebäude zu grossen detailgetreuen Panoramen war eine besondere Herausforderung. Dabei mussten zahlreiche störenden Bildelemente aus den Gebäudeentexturen entfernt werden. Schwierigkeiten bereiteten z.B. die meist ungenügenden Lichtverhältnisse, parkende Autos, Bäume und Stromleitungen sowie die räumliche Enge zwischen den Gebäuden und nicht zuletzt die Tatsache, dass während des Projektes gerade Winter war. Es war Improvisation und viel geduldiges Arbeiten gefragt.
Bei der Gestaltung der 3D-Welt des Campusgeländes wurden markante Details, die das Stadtbild beleben, eingefügt innerhalb der Welt sind interaktive Verbindungen(Links) eingebaut, die es zu entdecken gilt, beim Anklicken der Mensa ist der aktuelle Speiseplan downloadbar... Dieses Prinzip demonstriert das Potenzial von verknüpften Informationen, die dem Betrachter zur Verfügung gestellt werden. Weiteres Beispiel sind die Plakate für Olympia Bewerbung der Stadt Leipzig, die zu den offiziellen Webseiten füren. Interessant ist die Möglichkeit mit VRML Animation von Objekten (fahrende Strassenbahn) für realistische Darstellung einer Welt zu realisieren. Nach der Fertigstellung wurden die Texturen für das Web komprimiert und in das Modell von Michael Frankfurter eingebunden.
Die Beispielanwendung HTWK-3D steht online unter:
www.imn.htwk-leipzig.de/htwk-3d
zur Verfügung.
Das System wird zur Zeit nur vom Internet Explorer unterstützt. Zur Ansicht ist die Installation der kostenlosen Plug-Ins
Cortona VRML-Client (www.parallelgraphics.com) und
Adobe SVG-Viewer (www.adobe.de) notwendig.
Das Projekt wurde mit dem Medienpreis 2004 der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig ausgezeichnet.
Nachtrag 2009:
Das HTWK 3D - Projekt wird nicht mehr weiterentwickelt oder supportet.